Mittwoch, 23. September 2009

Mit Osteopathie Blasenprobleme behandeln und vorbeugen

Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Inkontinenz nach der Entbindung
Mit Osteopathie Blasenprobleme behandeln und vorbeugen
Etwa jede dritte Frau ist von Inkontinenz betroffen. Neben älteren Frau-en, bei denen die Bänder und Gewebe an Spannkraft verloren haben, leiden vor allem Mütter unter Blasenstörungen. Trotz der weiten Verbrei-tung und der medizinischen Aufklärung sind Blasenstörungen ein Tabu-thema, das für die Betroffenen eine große psychische Belastung dar-stellt und nicht selten zur sozialen Isolation führt. Die Osteopathie kann helfen, die Ursachen aufzuspüren und sanft zu beheben oder schon während einer Schwangerschaft einer Inkontinenz vorzubeugen.
Um den hohen Anforderungen von Schwangerschaft und Geburt ge-wachsen zu sein, ist der weibliche Körper besonders flexibel und an-passungsfähig. Das weibliche Becken ist breiter angelegt als ein männ-liches und beherbergt unter anderem die Geschlechts- und Harnorgane, die an Bändern befestigt sind und nach unten vom Beckenboden ge-stützt werden. Der Beckenboden ist elastisch genug, um eine veränder-te Lage, Form und Größe der Gebärmutter während der Schwanger-schaft zuzulassen und auch unterschiedlichen Füllungszuständen von Darm und Blase nachgeben zu können.
Allerdings nimmt er aufgrund der Breite des weiblichen Beckens auch eine größere Fläche ein und ist deshalb besonders anfällig für Span-nungsstörungen, die häufig der Grund für Dysfunktionen der Blase sind. Nach einer Schwangerschaft können Fehlspannungen auftreten, weil das wachsende Kind im Bauch immer mehr Raum einnimmt und andere Organe und Strukturen verdrängt: die Bänder erschlaffen, Organe sen-ken sich oder Strukturen bleiben fixiert.
Die Osteopathie dient vorwiegend dazu, solche Spannungs- und Funkti-onsstörungen im Körper aufzuspüren und zu behandeln. Der Osteopath nutzt dabei ausschließlich seine Hände. Mit ihnen sucht er nach Blocka-den, stellt die Beweglichkeit und Funktion wieder her und stimuliert so die Selbstheilungskräfte des Körpers. Grundlegend sind hierfür genaue anatomische Kenntnisse.
So resultieren zum Beispiel Organsenkungen meist aus einer Überdeh-nung und Erschlaffung der Haltebänder und Beckenbodenmuskulatur. Dies kann soweit gehen, dass z.B. die Gebärmutter aus der Scheide herausrutscht (Prolaps). Senkt sich die Gebärmutter, beeinträchtigt das nicht nur ihre Funktion, sondern auch die der umliegenden Organe und Strukturen: eine Gebärmuttersenkung geht häufig mit der Senkung der restlichen Organe einher und kann so die Funktion der Blase beein-trächtigen.
Auch eine Kreuzbeinfixierung ist oft Grund für Blasenstörungen. Bei der Geburt müssen Kreuz- und Steißbein nach hinten ausweichen. Die meisten Organe im Becken- und Bauchraum heften über Bänder an die-sen an. Kehrt das Kreuzbein nach der Entbindung nicht an seine ur-sprüngliche Position zurück, entsteht eine Zugwirkung, die die Organe in ihrer Beweglichkeit und Funktion einschränkt.
Thema: Sanfte Medizin für Frauen Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Auch Narben, z.B. von einem Kaiser- oder Dammschnitt, können Fixati-onen zur Folge haben, die letztendlich die Blase beeinträchtigen. Auf-grund der räumlichen Nähe im Becken wirken sich Dysfunktionen häufig auf die Harnorgane aus.
Die Osteopathie kann dazu beitragen, die Ursachen einer Inkontinenz aufzuspüren und sie zu beheben. Sie eignet sich auch als sanfte Ergän-zung bei schulmedizinischen Therapien, der Nachbehandlung von Ope-rationen oder als präventive Maßnahme schon während der Schwan-gerschaft. Fehlspannungen können schon frühzeitig behoben werden, so dass Komplikationen gar nicht erst entstehen. In bestimmten Fällen sollte von einer osteopathischen Behandlung allerdings abgesehen werden. Dies gilt vor allem bei Tumoren und akuten Entzündungen, die sich sonst im Körper ausbreiten könnten.
Deshalb ist eine ausführliche Anamnese, bei der die Krankengeschich-te, Symptomatik und weitere relevante Faktoren erhoben werden, grundlegend für die Behandlung. Bei Dysfunktionen im Urogenitalbe-reich, einem Thema, das für den Patienten oft mit Scham und Ängsten besetzt ist, fordert die Anamnese sowie die spätere Behandlung ein be-sonderes Einfühlungsvermögen des Therapeuten.
Zur Behandlung untersucht der Osteopath die Lage der Blase und der anderen Organe und ihre Beweglichkeit. Stellt er dabei Senkungen oder Fixationen fest, wird er versuchen, die Beweglichkeit der betroffenen Struktur wiederherzustellen und die Dysfunktion zu beheben. Die Oste-opathie kann sehr gut mit Beckenbodengymnastik kombiniert werden, um die Behandlung zu optimieren.
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Thema: Sanfte Medizin für Frauen

Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein normaler biologischer Prozess

Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Der Beginn eines neuen Lebensabschnittes
Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein normaler biologi-scher Prozess
Schweißausbrüche, Depressionen, Schlaflosigkeit, extreme Stim-mungsschwankungen – viele Frauen leiden in den Wechseljahren mo-natelang, manchmal jahrelang mehr oder weniger stark unter den Fol-gen der Hormonumstellung. Ein Allheilmittel gegen diese Beschwerden gibt es nicht, aber die Osteopathie kann mit einfachen Mitteln das all-gemeine Wohlbefinden der Frauen verbessern.
Ausgelöst werden die Beschwerden, unter denen viele Frauen vor dem endgültigen Ausbleiben der Menstruation - der Menopause - leiden, durch die stetig abnehmende Produktion von Hormonen, weil die Eier-stöcke ihre Funktion einstellen. Vielen Medizinern galt deshalb eine Hor-monersatztherapie lange Zeit als Königsweg bei der Behandlung der Symptome dieser Hormonumstellung. Die Frauen bekamen einfach in Tablettenform, was der Körper nicht mehr selbst produzieren konnte und verhinderten so die Beschwerden der Wechseljahre. Das änderte sich schlagartig, als 2002 die ersten Ergebnisse von Studien über die Folgen von Hormonersatztherapien vorlagen. Frauen, die gegen die Beschwerden der Wechseljahre mit Hormonen behandelt werden, er-kranken demnach signifikant öfter an Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlagan-fall oder Thrombosen. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation zu Hormonersatztherapien lautet seither: So kurz wie möglich und so wenig wie möglich.
Die Osteopathie hatte ähnlich wie andere alternative Behandlungsme-thoden von Anfang an einen anderen, ganzheitlicheren Zugang zu den Wechseljahren und den Veränderungen im weiblichen Körper, die damit einher gehen. Die Wechseljahre sind aus dieser Sicht keine Krankheit, die behandelt werden muss, sondern ein normaler biologischer Prozess, der zum Leben einer jeden Frau gehört und einen neuen Lebensab-schnitt einläutet. Dass eine so enorme Veränderung im Körper wie diese Hormonumstellung mit Beschwerden verbunden ist, die auch gravierend sein können, ist nur natürlich.
Die Osteopathie vermag bei der Behandlung der Beschwerden der Wechseljahre keine Wunder zu vollbringen, aber:
„Die Osteopathie kann unterstützend wirken und helfen, das Gesamtbefinden der Frauen zu verbessern“, sagt die Osteopathin Birgit Gillemot, die seit Jahren schwerpunktmäßig frauenspezifische Probleme behandelt. Bei Proble-men des Bewegungsapparates, aber auch bei lymphatischen, oder ve-nösen Stauungen sowie in begrenztem Umfang auch bei der Vorbeu-gung von Osteoporose kann die Osteopathie hilfreich sein. Diese hor-monbedingte Knochenerweichung entsteht durch mangelhaften Einbau von Kalzium.
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Neben einer medikamentösen Therapie kann die Aufnahme von Kalzi-um in den Knochen auch durch eine gesunde Ernährung mit ausrei-chend Kalzium, Phosphaten und Mineralien sowie viel Tageslicht und Bewegung verbessert werden. Die osteopathische Behandlung wendet sich hier besonders an die Systeme der Blut-und Lymphgefäße, um eine bessere Versorgung der Knochen zu erreichen. „Dadurch wird die Fä-higkeit der Knochen, Kalzium aufzunehmen, erhöht,“ erklärt Birgit Gille-mot.
Auch das hormonelle System kann durch eine spezielle osteopathische Behandlung der Hormondrüsen beeinflusst werden. Diese werden da-durch wieder aufeinander abgestimmt und erhalten ihre Balance zurück, was sich mildernd auf die Symptome der nachlassenden Aktivität dieser Organe auswirken kann. Insgesamt kann die Osteopathie mit dazu bei-tragen, dass die Frauen den Übergang in den neuen Lebensabschnitt weniger leidvoll empfinden und ihre neue Mitte finden.
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Thema: Sanfte Medizin für Frauen

Osteopathie.de im Gespräch mit Biathleten Michael Greis

Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Osteopathie.de im Gespräch mit Biathleten Michael Greis
Herr Greis, Sie kommen von einer Trekking-Tour aus dem Himalaja, war das mehr Urlaub oder schon Training?
MG: Die deutschen Sportjournalisten haben mich zum “Sportler des Jahres“ gewählt und aufgrund dessen habe ich diese Reise als Champion des Jahres geschenkt bekommen.
Da ich auch sonst meine Urlaubsreisen sehr sportlich ausrichte, sehe ich auch diesen als reinen Urlaub an. Natürlich war es eine sehr aktive Reise, wir haben mehrere Trekkingtouren unternommen und waren sogar auf zwei Bergen (Gokyo Ri und Kala Pattar) mit über 5000 Metern. Es hat uns wirklich sehr gut gefallen, wir konnten Land und Leute in Nepal/Tibet erkunden und genossen in vollen Zügen dieses tolle Erlebnis.
Mit dem Training haben Sie aber bereits begonnen. Im Mai waren Sie dazu auf Mallorca. Wie trainieren Sie, um für die kommende Saison wieder fit zu sein?
MG: Ich werde mein Training sehr stark auf das Radfahren ausrichten. Den Vorteil sehe ich darin, dass ich den gesamten Körper trainiere ohne die Bänder und Gelenke zu sehr zu belasten. Es ist für mich eine optimale Kombination von Ausdauer und Aufbau der Muskulatur. Man muss aufpassen, dass man nicht zu hart mit dem Training anfängt, da sich der Körper erst wieder an die extremen Belastungen gewöhnen muss.
Sie haben im Biathlon bereits nahezu alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, sind Weltcup-Gesamtsieger und mehrfacher Olympia-Sieger. Wie motivieren Sie sich für die nächsten sportlichen Herausforderungen?
MG: Wir Sportler schauen immer nach vorne, es ist zwar schön zu sehen, was man schon erreicht hat, aber man muss sich immer neue Ziele stecken. Biathlon ist mein Leben und allein das reicht für mich als Motivation. Für die kommende Saison ist die WM in Östersund (SWE) der Höhepunkt, wobei man die Weltcup-Saison nicht unterschätzen darf. Der Gesamt-Weltcup ist für mich genauso hoch einzuschätzen wie ein Weltmeistertitel.
Die vergangene Saison ist mit dem Gewinn des Gesamt-Weltcups sehr erfolgreich verlaufen. Zu Beginn hatten Sie aber mit Rückenschmerzen zu kämpfen und ließen sich sogar osteopathisch behandeln. Wie sind Sie auf die Osteopathie gekommen?
MG: Meine Mentaltrainerin gab mir den Tipp, es doch mal mit einer osteopathischen Behandlung zu versuchen.
Wie haben Sie die osteopathische Behandlung empfunden?
MG: Als sehr angenehm, die Osteopathie ist eine manuelle Form der Medizin. Die individuelle Wahrnehmung des Patienten in Verbindung mit den Techniken, die mit den Händen durchgeführt werden, kommen mir sehr entgegen.
Hat Ihnen die osteopathische Behandlung damals helfen können?
MG: Ich hatte mir schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, ob diese Form der Behandlung für mich in Frage kommt. Doch ich muss sagen, die Behandlung hat mich vollends überzeugt und erwies sich schließlich als erfolgreich.
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Können Sie sich vorstellen, auch künftig osteopathisch behandelt zu werden?
MG: Wir beim DSV haben beste medizinische Möglichkeiten und erhalten zu jeder Zeit kompetente und professionelle Betreuung. Trotzdem sollte man offen sein für alternative Behandlungen der sanften Medizin. In Absprache mit unseren Ärzten beim DSV kann ich mir schon vorstellen, mich bei Bedarf nochmals osteopathisch behandeln zu lassen.
Herr Greis, besten Dank für das Gespräch!
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen Quelle :Osteopathie.de

Sanfte Behandlung für die „Zebras“: THW Kiel setzt auf Osteopathie

Verband der Osteopathen Deutschland e.V.

Verletzungen und Schmerzen an der Wirbelsäule sind im Leistungssport keine Seltenheit. Vor allem bei einem körperbetonten Sport wie Handball ist eine gute medizinische Versorgung deshalb unerlässlich. Der frischge-backene Champions League Sieger THW Kiel holte sich dazu vor einem Jahr den Osteopathen Jan Bock ins Team.
Wenn Jan Bock von den jüngsten Erfolgen seiner „Jungs“ vom THW Kiel redet, hört man die Begeisterung heraus: nach dem DHB-Pokal holten sich die Handball-Profis nun erstmals auch den Champions League Titel. Unter der Leitung von Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker kümmert sich der Osteopath zusammen mit den Ärzten, Physiotherapeuten und Masseuren um die Gesundheit und Fitness der Spieler – Voraussetzung für die Erfolge der „Zebras“. Die empfingen den Osteopathen, den Physio-therapeut Uwe Brandenburg vor einem Jahr für die medizinische Abteilung des THW Kiel gewinnen konnte, voller Neugier, denn „es war am Anfang niemandem so richtig deutlich, wo der Unterschied liegt“, erklärt Bock, der die Osteopathie sechs Jahre berufsbegleitend in Oostmaale und Antwer-pen in Belgien studierte.
Für ihn ergänzt die osteopathische Behandlung die normale Trainingsthe-rapie ideal, weil sie nicht nur den Bewegungsapparat (parietales System), sondern auch die inneren Organe (viszerales System) sowie Schädel und Rückenmark (kraniosakrales System) einbezieht. Aus der Sichtweise der Osteopathie hängen diese drei Systeme eng zusammen, so dass sich zum Beispiel Funktionsstörungen im viszeralen System auch auf den pa-rietalen oder kraniosakralen Bereich auswirken können. Da der gesamte Körper über Blutgefäße, Nerven, Muskeln und Faszien miteinander ver-bunden ist, können sich solche Störungen im Körper fortsetzen. Beim DHB-Finale in Hamburg konnte Bock diese Zusammenhänge nur zu oft beobachten:
„Es gab einige Spieler, die so heftig in den Rücken getroffen wurden, dass sie sofort im Nierenbereich richtige Verhärtungen fühlen konnten. Dann herrscht kaum noch Bewegung in dem Bereich, die Atmung nimmt stark ab, die thorakale Bewegung wird weniger und es treten natürlich Probleme im Becken, aber auch in höher gelegenen Regionen auf.“
Derartige Beschwerdebilder im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Beckens beobachtet Bock beim Handball häufig, weil die Spieler stürzen, umknicken oder sich gegenseitig umstoßen. Oft setzen sich solche Stö-rungen fort, so dass unbehandelte Rückenschmerzen auch zu Fuß- oder Knieproblemen führen können. Aus Beschwerden auf der Seite des Wurf-arms können auf diese Weise chronische Schulter-Nackenprobleme ent-stehen.
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Bei der Behandlung akuter Verletzungen der Spieler setzt Bock vor allem auf parietale und viszerale Techniken:
„Wenn ein Spieler zum Beispiel einen Stoß zwischen die Rippen be-kommt, dann muss es therapeutisch zügig gehen, das heißt ich muss se-hen, dass ich in wenigen Minuten den Spieler wieder so hinbekomme, dass er wieder auf die Platte zurück kann. Dafür sind kraniosakrale Tech-niken weniger geeignet, weil es passieren kann, dass die Leistungsfähig-keit eines Spielers für eine gewisse Zeit stark abnimmt. Im Leistungssport kommt es auf die Dosierung und Auswahl der einzelnen Techniken an.“
Die Spieler haben die Osteopathie aber mittlerweile auch als präventive Medizin zu schätzen gelernt. „Da hat sich im Laufe des Jahres viel verändert“, freut sich Jan Bock, „es ist schön, dass die Spieler gemerkt haben, dass es wesentlich sinnvoller ist und schneller geht, wenn sie sich behandeln lassen, bevor ein Problem eingetreten ist. Rekonvaleszenz-Zeiten lassen sich so erheblich verkür-zen.“
Ein- bis zweimal in der Woche steht Bock den „Jungs“ vom THW Kiel zur Verfügung. Meistens verfolgt er das Ende des Trainings mit und beobach-tet, wie sich die Spieler bewegen. So kann er bereits Rückschlüsse auf mögliche Beschwerden ziehen. Zwar kommen die Spieler nach dem Trai-ning oftmals selbst zu ihm oder werden von den Physiotherapeuten und Ärzten an Bock weiter verwiesen, aber nicht immer merken die Spieler, dass etwas nicht stimmt oder wie schwer ein Sturz wirklich war.
„Das ist natürlich immer sehr schön, wenn man daneben sitzt, weil man dann schon erahnen kann, wer nachher kommt. Und wenn nicht, dann geht man zu ihm hin und sagt ‚Darf ich mal nachsehen? Ich könnte mir vorstellen, dass das schief gegangen ist’. Die sind ja so adrenalingeladen, dass die das teilweise gar nicht merken“, schildert Bock seine Erfahrun-gen.
Auch in seiner Praxis in Kronshagen, die er gemeinsam mit seiner Frau, einer Kinderphysiotherapeutin, führt, behandelt er Spieler des THW. Wich-tig ist ihm bei der Behandlung immer die Rücksprache mit den Ärzten:
„Wir haben zwar nie einen Widerspruch, aber ich finde es entscheidend, dass man sich da immer rückversichert und gemeinsam überlegt, wie man dem Spieler am besten helfen und ihn weiterbringen kann.“
Bildmaterial unter: www.osteopathie.de/presse.html
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Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen

Osteopathie in der orthopädischen Praxis „Man kann Schmerzen mit einiger Übung fühlen“



Dr. Roger Seider ist Präsident der Deutschen Akademie für Osteopathische Medizin (DAOM), Mit-Herausgeber der „DO. Deutsche Zeitschrift für Osteo-pathie“ und Mitglied im Verband der Osteopathen Deutschland, VOD. Nach seinem Medizinstudium und seiner Facharztausbildung zum Orthopäden ab-solvierte er gleich zwei Osteopathieausbildungen und ließ sich 1993 mit einer Privatpraxis nieder.
Herr Seider, Sie führen eine Privatpraxis für Osteopathie. Können Sie Ih-ren Praxisalltag schildern?
„Ich habe etwa zehn Patienten am Tag, für die ich mir jeweils 45 Minuten Zeit nehme. Bei Erstpatienten, bei denen ausführlich die medizinische Vorgeschich-te erfragt wird, ist es eine Stunde. Ich gehe bei allen Patienten gleich vor. Ich frage nach den aktuellen Beschwerden. Wenn ich die Patienten schon länger kenne, dann genügt mir das dann erst mal. Ich frage unter Umständen noch nach Einzelheiten, aber im Großen und Ganzen mache ich eine Ganzkörperun-tersuchung und untersuche, wo der Körper seine Probleme am schlechtesten kompensieren kann - und von dort aus wird der Fall aufgearbeitet. Also wenn jemand mit Rückenschmerzen kommt, heißt das nicht unbedingt, dass ich am Rücken behandele.“
Die Osteopathie mit ihrer ganzheitlichen Sichtweise geht ja davon aus, dass Funktionsstörungen in einem Bereich des Körpers Beschwerden in einem ganz anderen Teil hervorrufen kann. Können Sie das an einem Bei-spiel verdeutlichen?
„Nehmen wir jemanden, der vor vielen Jahren mit dem Knöchel umgetreten ist. Die akuten Beschwerden sind irgendwann abgeklungen. Das Gelenk hat sich aber nicht völlig erholt und steht immer noch in einer relativen Fehlstellung. Das heißt nicht, dass man unbedingt gleich Beschwerden entwickelt, aber da wir auf unseren Füßen ja doch jede Menge Schritte gehen, können selbst relativ kleine Einschränkungen im Laufe der Jahre immer größere Verspannungsketten ver-ursachen. Bestimmte Muskeln können sich immer mehr verspannen. Irgend-wann wird das Becken schief gezogen. Das ist dann wie ein Haus mit einem schiefen Fundament. Die Wirbelsäule kann nicht mehr so schwingen, wie es eigentlich von ihrem Bau aus vorgesehen ist. Und auf dieser Grundlage können sich dann im Laufe der Jahre Rückenbeschwerden einstellen.“
Sie sind Facharzt für Orthopädie, arbeiten aber seit über 13 Jahren aus-schließlich osteopathisch. Wie sind Sie zur Osteopathie gekommen?
„Das ist so ein langsamer Werdegang gewesen. Ich bin über die manuelle Me-dizin zur Osteopathie gekommen. Ich habe nach weiteren Möglichkeiten ge-sucht und dann gleichzeitig zwei Osteopathieausbildungen gemacht - die eine bei einer belgischen Schule und die andere in Hamm, die sich damals mehr an amerikanischen Methoden orientierte.“
Ist es denn entscheidend, bei welcher Schule man seine Ausbildung ab-solviert?
„Die Osteopathie wurde nach Deutschland gebracht von Schulen der unter-schiedlichsten Länder: aus den USA, wo sie ursprünglich her kommt, Kanada, Belgien, Frankreich und den Niederlanden. In jedem Land hat sie sich anders entwickelt. So sind die Möglichkeiten der Untersuchung und Behandlung von Schule zu Schule unterschiedlich. Die wesentliche Philosophie dahinter ist aber die gleiche. Die meisten in Deutschland tätigen Schulen haben sich inzwischen zu einem Dachverband zusammengeschlossen, der die Grundzüge der Ausbil-dungen regelt und überwacht.
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Inwiefern fließt Ihre Facharztausbildung in Ihre osteopathische Arbeit ein?
„Die fließt eigentlich weniger in meine Arbeit als Osteopath ein. Meine orthopä-dische Facharztausbildung kann ich benutzen, um Patienten über anstehende Operationen zu informieren oder um mögliche Operationsfolgen exakter zu lokalisieren. Oft helfen mir meine Kenntnisse über die Besonderheiten von O-perationen spezielle Strukturen im Bereich des Bewegungsapparats zu behan-deln: Wenn man weiß, wo zum Beispiel ein Orthopäde, der ein Kniegelenk nicht optimal geöffnet bekommt, noch einen Schnitt ansetzt, dann kann man nach der Operation sehr viel gezielter an irgendwelche Probleme herangehen, indem man die Strukturen entspannt. Aber normalerweise ist die orthopädische Facharztausbildung für die Behandlung von Rückenschmerzen, so wie ich sie durchführe, eigentlich nicht besonders hilfreich.“
Wo liegen denn die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Osteopathie und Orthopädie?
„Genau genommen ist der Inhalt der orthopädischen Facharztausbildung über-wiegend operativ. Insofern kann man die Fähigkeiten, die man dort erlernt hat, in einer Praxis wie der meinen wenig umsetzen. Die Osteopathie ist dagegen ein Zugang, der den gesamten Menschen in Betracht zieht und auf die Ursa-chen der Beschwerden des Patienten zielt. Von daher ist sie auf alle Gewebe des Körpers anwendbar und nicht auf den Bewegungsapparat eingeschränkt. Sie ist deshalb erheblich effektiver als die Möglichkeiten, die man in der rein orthopädischen Fachausbildung lernt. Spritzen werden von den Patienten ja zunehmend abgelehnt. Viele Orthopäden manipulieren Gelenke unter den Ge-sichtspunkten der Chirotherapie, aber selbst diese Fähigkeiten werden in der orthopädischen Facharztausbildung nicht vermittelt, sondern man muss sie sich in der Freizeit aneignen.“
Wann ist denn eine Operation auf jeden Fall angezeigt?
„Es gibt natürlich zwingende Gründe für eine Operation. Ich hatte zum Beispiel eine Patientin, die starke Rückenschmerzen hatte, die osteopathisch nicht be-herrschbar waren. Als sie auch Fieber bekam, stand dann die Frage im Raum, ob sich in der Wirbelsäule eine Infektion gebildet hat. Da sind natürlich die Möglichkeiten der Osteopathie überhaupt nicht mehr gefragt. Ich habe sie stati-onär eingewiesen, denn diese Verdachtsdiagnose musste natürlich abgeklärt werden. Die Patientin hatte wirklich eine bakterielle Entzündung. Sie wurde operiert, die Bandscheibe und der betroffene Wirbel mussten entfernt werden und die Wirbelsäule in diesem Bereich versteift. Ohne eine Operation wäre ihr nicht mehr zu helfen gewesen.
Oder wenn jemand einen massiven Bandscheibenvorfall hat, der mit ausge-prägten Lähmungen einhergeht, mit Blasen- oder Mastdarmlähmung - da darf man überhaupt nicht mehr versuchen konservativ, das heißt ohne eine Opera-tion heranzugehen. Die Leute müssen auf der Stelle operiert werden. Wenn es also gilt, größeren Schaden abzuwenden, dann muss operiert werden. Es gibt auch immer wieder Situationen, in denen die konservativen Möglichkeiten so-weit ausgeschöpft sind, dass man keine Verbesserungsmöglichkeit mehr sieht. Wenn sich der Patient in seiner Lebensqualität eingeschränkt fühlt und es ei-nen Befund gibt, der durch eine Operation beseitigt werden kann, wie zum Bei-spiel bei einem schweren Hüft- oder Kniegelenksverschleiß, dann kann man den Patienten auch zur Operation schicken.“
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Haben Sie ein Beispiel dafür, wie die Osteopathie eine Operation verhin-dern oder hinausschieben kann?
„Eine 90-jährige Patientin mit einem sehr schweren Verschleiß des Kniegelenks mit Instabilität und Rückenschmerzen. Ich war damals der Meinung, dass man dieser Patienten am besten helfen würde, wenn man trotz ihres fortgeschritte-nen Alters ein künstliches Knie einsetzen würde. Die Patientin hat sich dann in der Klinik vorgestellt, und dort wurde gesagt, ihr Hauptproblem wäre nicht das Knie, sondern eine Einengung die Rückenmarkskanals, und sie würden sie nicht operieren. Ich war zwar grundsätzlich anderer Meinung, aber die Patientin war darauf hin auch nicht mehr bereit sich operieren zu lassen. Seitdem sind fünf oder sechs Jahre vergangen und sie wird weiter praktisch ausschließlich mit Osteopathie und Krankengymnastik behandelt, wobei die Krankengymnas-tin auch osteopathisch tätig ist. Sie ist sehr zufrieden mit ihrer damaligen Ent-scheidung sich doch nicht operieren zu lassen, da die Beschwerden jetzt durchaus erträglich sind.“
Wie hoch ist der Anteil an Personen, die mit Rückenschmerzen in Ihre Praxis kommen?
„Rückenschmerzen in der einen oder anderen Form haben fast alle meine Pa-tienten. Dadurch dass ich Orthopäde bin, ist natürlich der Anteil der Leute, die wegen Schmerzen im Bewegungsapparat zu mir kommen, relativ hoch. Inso-fern ist die Erwartungshaltung, die mir entgegengebracht wird, eine andere als bei jemandem, der nur „Osteopath“ oder „Arzt für Innere Medizin“ auf dem Pra-xisschild stehen hat und osteopathisch tätig ist.“
Sie behandeln auch Säuglinge in Ihrer Praxis. Haben die auch Rücken-schmerzen?
„Wenn Kinder schreien, dann wird immer gesagt: „Das sind die Blähungen oder Bauchschmerzen“. Wer sagt mir, dass Kinder nicht Kopfschmerzen, Rücken-schmerzen oder Ischias haben? Wenn wir Erwachsenen das haben, warum wird das immer in Verbindung gebracht mit Verschleißerscheinungen?
Meine Erfahrungen gehen einfach dahin, dass Kinder genauso alle möglichen Schmerzen haben können, wie wir Erwachsenen auch. Ich unterhalte mich mit so einem Organismus. Ich nehme eine Menge wahr und in den Geweben sind erheblich mehr Informationen gespeichert, als man sich vorstellen kann. Ich überrasche häufig Patienten damit, dass ich ihnen Symptome schildere, die sie mir überhaupt noch nicht erzählt haben. Neulich war eine Patientin mit Schul-terschmerzen da. Ich habe sie untersucht und zu ihr gesagt, sie müsste auch Magenschmerzen haben. Und sie sagte, das wäre richtig.
Man kann Schmerzen mit einiger Übung fühlen. Deswegen bin ich mir relativ sicher, dass selbst Säuglinge Rückenschmerzen haben. Die Gründe dafür muss man natürlich herausfinden. Meistens hat man bei kleinen Kindern nicht so viel Zeit, da sie schneller ungeduldig werden und anfangen sich zu wehren.
Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten einer osteopathischen Behand-lung bei Rückenschmerzen ein?
„Das ist natürlich eine schwere Frage. Sagen wir mal, wenn jemand mit akuten Beschwerden von der Straße kommt, den ich vorher noch nie gesehen habe, dann, würde ich sagen, hat er eine 70prozentige Chance mit drei bis vier Be-handlungen beschwerdearm bzw. beschwerdefrei zu werden.
Das hängt natürlich auch vom behandelnden Osteopathen ab. Ich kann nicht für meine Kollegen sprechen. Ich denke nicht, dass man Orthopäde sein muss, um Rückenschmerzen osteopathisch gut zu behandeln. In Einzelfällen mag das zwar hilfreich sein, aber es gibt auch sehr gute Therapeuten, die einen anderen Hintergrund haben.“
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Viele Menschen mit Rückenbeschwerden suchen einen Therapeuten für sich oder auch für ihre Angehörigen. Kann man sich in Ihrer Praxis mel-den?
Leider kann ich schon seit einigen Jahren keine neuen Patienten mehr auf-nehmen. Dann würde die Qualität meiner Arbeit zu sehr leiden und niemand wäre glücklich damit. Meine Helferinnen können auch nicht mehr die zahlrei-chen Anfragen nach anderen Therapeuten bewältigen. Auf der Therapeutenlis-te des VOD finden sich jedoch viele kompetente und geprüfte Behandler, so dass man darüber jemanden in seiner Nähe finden kann.
Vielen Dank für dieses Interview.
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen

Osteopathie hilft Beweglichkeit im Alter zu erhalten


Osteopathie hilft Beweglichkeit im Alter zu erhalten
Die zahlreichen Veränderungsprozesse, die uns altern lassen, grenzen unsere Beweglichkeit mehr und mehr ein. Kommen dabei irgendwelche Bereiche aus dem Gleichgewicht, entstehen meist Beschwerden. Hier setzt die Osteopathie an. Die sanfte Form der manuellen Medizin dient vor allem dem Erhalt und der Wiederherstellung von Bewegung im Körper. Damit ist sie wie geschaffen, Al-tersbeschwerden in Schranken zu halten.
Die auffälligsten altersbedingten Veränderungen zeigt unser Bewegungsappa-rat, also jene Strukturen, die wir für die Aufrechthaltung und Fortbewegung benötigen. Nehmen der Kalziumgehalt der Knochen, die Elastizität von Bän-dern und Sehen und die Muskelmasse insgesamt ab, verformen sich auch die Gelenke durch jahrzehntelange Belastung. Diese Veränderungen sind zu-nächst normale Folgen eines sehr vielschichtigen Alterungsprozesses.
Wenn sie den Körper aber aus seinem Gleichgewicht bringen, können daraus Beschwerden entstehen. Wer sich beispielsweise aufgrund einer Verletzung in jungen Jahren eine Schonhaltung „antrainiert“ hat und damit ein Knie deutlich mehr belastet als das andere, bei dem summieren sich normale, altersbeding-te Abnutzung und zusätzlicher Verschleiß aufgrund der Schonhaltung. Eine Kniearthrose, also die degenerative Erkrankung des Kniegelenks, ist dann die wahrscheinliche Folge.
Die Osteopathie kann hier auf zweierlei Weise eingreifen:
Präventiv hilft sie das Entstehen einer Kniearthrose zu verhindern. Denn eine genaue osteopathische Untersuchung zeigt die Schonhaltung auf, die die Arth-rose begünstigt. Mit eigenen manuellen Techniken kann der Osteopath die Schonhaltung auflösen. Ohne negative Folgen für den Patienten, denn inte-ressanterweise behält der Körper seine veränderte Haltung meist bei, selbst wenn die sie auslösende Verletzung längst verheilt ist. Wird also die Schonhal-tung beseitigt und das Knie nicht mehr überlastet, kann es sich erholen und eine Arthrose sich bestenfalls gar nicht erst entwickeln.
Doch selbst, wenn eine Kniearthrose bereits festgestellt worden ist, kann die Osteopathie begleitend zur orthopädischen und physiotherapeutischen Be-handlung helfen. Vom Prinzip gilt dabei Gleiches wie bei der Prävention: das Knie muss entlastet werden, damit die Arthrose nicht oder nur langsam fort-schreitet. Gleichzeitig muss der Osteopath darauf achten, dass nicht andere Gelenke überlastet werden, wie etwa das andere Knie, die Hüfte oder die Len-denwirbelsäule. Dazu untersucht der Osteopath deren Beweglichkeit und be-handelt sie bei Bedarf mit seinen manuellen Techniken. So kann er die Beweg-lichkeit wiederherstellen, aufrechterhalten und dafür sorgen, dass die Arthrose am Knie nicht zu Beschwerden in anderen Bereichen führt.
Auch unsere inneren Organe unterliegen dem Alterungsprozess und verlieren mit den Jahren an Beweglichkeit und Leistung.
So nimmt beispielsweise die Elastizität der Lunge ab, werden ihre Blutgefäße weniger und die Lungenbläschen größer. Gleichzeitig versteift der Brustkorb und erschwert die Brustatmung. Das verringert die Lungenleistung insgesamt. Die Folge: unser Körper kann nicht mehr so viel Sauerstoff aufnehmen und ist deshalb auch nicht mehr so belastbar. Der Mangel an Beweglichkeit macht die Lunge zudem anfälliger gegenüber Infekten, die sich leichter in den Atemwe-gen festsetzen können.
Thema: Beweglich im Alter Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Aus osteopathischer Sicht gilt deshalb hier die Beweglichkeit soweit möglich wieder herzustellen und zu erhalten, damit die Lunge bestmöglich arbeiten kann.
Altersbedingte Veränderungen zeigen sich auch im Verdauungstrakt. Im Ma-gen wird die Schleimhaut dünner und der Magen dadurch empfindlicher. Im Dünndarm kann sich die Schleimhaut nicht mehr regelmäßig erneuern, was die Aufnahme von Nährstoffen über die Dünndarmwand erschwert. Im Dick-darm schließlich bildet sich die Muskelschicht zurück, die den Stuhl weiter-transportiert. Verdauungsprobleme wie Verstopfung zählen daher zu den typi-schen, altersbedingten Beschwerden.
Ein Osteopath kann solche Probleme ertasten, oft lang bevor sich daraus Be-schwerden entwickeln. Denn Organe, die nicht mehr richtig funktionieren, wei-sen veränderte, meist eingeschränkte Bewegungen auf. Kann der Osteopath mit seinen manuellen Techniken die ursprünglichen Bewegungen wieder her-stellen, dann funktionieren die entsprechenden Strukturen wieder besser – trotz altersbedingter Einschränkungen.
Manch schwerwiegende Altersbeschwerde hat eine recht banale Ursache. Harninkontinenz kann beispielsweise durch den mechanischen Druck der Bauchorgane ausgelöst werden, wenn diese im Bauchraum absinken und auf die Blase drücken, weil deren Befestigungsstrukturen altersbedingt an Span-nung verloren haben.
Auch hier kann der Osteopath meist helfen und mit seinen Techniken den me-chanischen Druck auf die Blase mindern.
So lässt sich die Osteopathie bei zahlreichen altersbedingten Beschwerden wirksam einsetzen. Wo nicht allein, im Verbund mit Schulmedizin- und ande-ren Therapieformen. Das Ziel einer osteopathischen Behandlung bleibt dabei immer gleich: Bewegung schaffen, damit eingeschränkte Strukturen wieder voll funktionieren können.
Damit kann die Osteopathie das Altern zwar nicht aufhalten aber dafür sorgen, dass der Organismus in Bewegung bleibt und gesund altert.
Thema: Beweglich im Alter

Chronische Rückenschmerzen: Ursachen statt Symptome behandeln



In Deutschland leiden etwa 80 % bis 90 % der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen. Immer häufiger sind auch Kinder davon betroffen. Die Formen und Ursachen sind vielfältig, oft wird kein zufrieden stellender Grund gefunden. Die Osteopathie kann hier meist helfen. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz deckt sie Zusammenhän-ge auf, nach denen die Schulmedizin oft nicht sucht und kann so helfen, Schmerzen zu lindern oder zu beheben.
Unsere Wirbelsäule ist eine faszinierende Konstruktion. Mit ihren Wirbel-körpern umschließt sie das Rückenmark wie Kettenglieder eine Schnur. Dabei trägt sie als Achse unseres Körpers Kopf, Arme und Rumpf und ermöglicht uns die aufrechte Körperhaltung. Ihr doppelt-s-förmiger Auf-bau macht sie biegsam genug um Bewegungen wie Drehen oder Beu-gen zu erlauben und große Belastungen zu kompensieren. Bandschei-ben, die jeweils zwischen den Wirbeln liegen, schützen sie vor Stößen und Erschütterungen.
Als zentrale Struktur unsere Körpers steht die Wirbelsäule über Muskeln, Bänder, Sehnen und Rückenmarksnerven mit allen anderen Bereichen des Körpers in Verbindung. Entsprechend weitreichend können sich Be-schwerden auswirken. Sind zum Beispiel Nerven im Wirbelbereich ein-geklemmt, können Schmerzen bis in die Arme oder Beine ausstrahlen, wie etwa beim Ischiasschmerz. Bandscheibenvorfälle in der Halswirbel-säule können gar die Blasen- und Darmfunktion beeinträchtigen.
Die Verbindung der Wirbelsäule zu anderen Bereichen des Körpers ist aber keine Einbahnstraße. Innere Organe können beispielsweise durch bloße Zugwirkung Rückenschmerzen verursachen. So ist das Sigmoid, ein Teil des Dickdarms, über ein Gewebsnetz an der Bandscheibe zwi-schen dem vierten und fünften Wirbel befestigt. Ist der Darm stets über-lastet oder gereizt, nimmt seine Beweglichkeit ab. Dadurch entsteht eine Zugwirkung auf die Bandscheibe, die deren Vorwölbung bewirken und schlimmstenfalls den Ischiasnerv einengen kann. Auch die Gebärmutter kann, abhängig von Größe und Lage, einen Zug auf die Wirbelsäule ausüben. Deshalb leiden in der Schwangerschaft, aber auch während der Periode, wenn das umliegende Gewebe durch die hormonelle Um-stellung gelockert ist, viele Frauen an Kreuzschmerzen. Wird die Ge-bärmutter entfernt, kann die Senkung der restlichen Bauchorgane oder die Operationsnarbe ebenfalls zu Rückenschmerzen führen.
Behandelt man symptombezogen nur die Schmerzen und nicht deren Ursachen, kehren die Rückenschmerzen immer wieder. Anders in der Osteopathie, denn hier spielen Symptome keine Rolle. Was für den Pa-tienten erst einmal irritierend klingen mag, ist ein großer Vorzug der sanften, manuellen Medizin. Denn die Osteopathie sucht nach den Ur-sachen von Beschwerden und diese können, wie die aufgeführten Bei-spiele zeigen, weit von der Wirbelsäule entfernt liegen. Deshalb unter-sucht der Osteopath auch bei Rückenschmerzen immer den gesamten
Thema: Volkskrankheit Rückenschmerzen Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Körper des Patienten. Nur so lassen sich mögliche Ursachen und deren Wechselwirkungen ermitteln.
Gerade bei chronischen Rückenschmerzen erweist sich die Osteopathie als sehr erfolgreich. Denn für 90 % der chronischen Fälle findet die Schulmedizin keine eindeutigen Ursachen. Beschwerden werden dann meist auf Bewegungsmangel, angeborene oder erworbene Haltungs-schäden, Übergewicht, eine schwache Muskulatur, einseitige oder fal-sche Belastungen, altersbedingte Abnutzungserscheinungen sowie psy-chische Faktoren zurückgeführt.
Dem Osteopathen reichen solche allgemeinen Befunde nicht. Geben Anamnese, bildgebende Verfahren und Laborwerte keine eindeutigen Hinweise, untersucht er Haltung, Bewegung und Beweglichkeit der Wir-belsäule und aller umliegenden Strukturen. Aufgrund seiner jahrelangen Ausbildung kennt er Aufbau und Funktion des menschlichen Organismus sehr genau und weiß um die möglichen Zusammenhänge zwischen Rü-ckenschmerzen und Funktionsstörungen in anderen Körperregionen. So begibt er sich auf die Suche nach den individuellen Ursachen der Rü-ckenschmerzen, die bei jedem Patienten woanders liegen können. Für die Untersuchung und Behandlung verwendet der Osteopath ausschließ-lich seine Hände. Mit ihnen kann er den Spannungen im Gewebe folgen und sich zu den Ursachen der Schmerzen führen lassen. Oft sind dies Funktionsstörungen, die er als Bewegungseinschränkungen ertasten kann. Um diese zu behandeln versucht der Osteopath die eingeschränk-te Bewegung wiederherzustellen, damit die betroffene Struktur ihre Funktion wieder ausführen kann. Nicht selten lösen sich die damit ein-hergegangenen Rückenschmerzen dann von selbst auf.
Trotz solcher Erfolge ist die Osteopathie kein Allheilmittel. Schwere Lei-den wie Wirbelbrüche, Gleitwirbel, Bandscheibenvorfälle, rheumatische und schwere internistische Erkrankungen gehören zunächst in die Obhut eines Arztes. Hier kann die Osteopathie die Schmerzen allenfalls lindern und so eine schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen.
Der Gang zum Osteopathen lohnt sich dennoch oft, gerade bei chroni-schen Rückenschmerzen. Sie zu lindern ist auch volkswirtschaftlich wichtig. Immerhin gehören Rückenschmerzen zu den häufigsten Ursa-chen für Arztbesuche und wird jeder zweite Antrag auf Frührente wegen Beschwerden an der Wirbelsäule gestellt.